Elliott Murphy & Olivier Durand 1999
Bericht aus der "Freien Presse" (Ausgabe Aue) vom 26.04.99

Wenn Teenies noch im Bad stehen ...
Zweites Konzert von Live-Music Affalter mit Elliott Murphy
Foto aus "Auer Zeitung" 26.04.1999

Bild AFFALTER (STh). Freitag abend, so gegen acht, ist Zeit zum Duschen, Fönen, Stylen. Teenager blockieren kurz vorm Krimi die Badezimmer der Nation, um sich fürs Wochenende rauszuputzen. Nur in einigen Wohnungen blickten am Freitag die Fernseher stumm und traurig in die Dämmerung, denn die "Alten" waren schon ausgeflogen.
19.30 Uhr begann das zweite Konzert des Vereines Live-Music Affalter in der "Linde". Die Tische im verkleinerten Saal waren besetzt, die Kerzen angezündet, die Gäste gespannt. Doch Elliott Murphy, Star des Abends, sollte sich noch in Geduld üben. Denn der Verein hat es sich auf die Fahnen geschrieben, immer auch einheimischen Künstlern ein Podium zu bieten.
"Die Wabe", ein Projekt, das zwischen Zwönitz und Stollberg kreativ ist, hat sich mit Teilen ihrer Arbeit vorgestellt: Riccardo Holler präsentierte Fotos vom ersten Konzert des Vereines. Hawkey-Denny und Tommy Sagner zielten auf die Ohren der Gäste - übrigens nicht nur Eltern. Dance-Trance-Floor ließen sie ihren Keyboards entfleuchen und setzten damit einen Kontrapunkt zur Gitarrenmusik, auf die die Zuhörer so gespannt waren. Das schwere Los, das eine Vorband normalerweise hat, wandelten sie schon wegen der persönlichen Nähe in einen Gewinn. An dem hatte auch Livia Göckeritz einen Anteil, die den Instrumentals der Sagners ihre zarte Stimme aufdrückte.
Die Sonne hatte sich noch nicht ganz schlafen gelegt, da griff schon Elliott Murphy zur Gitarre. Der amerikanische Songwriter und sein französischer Begleiter spielten eingängige Musik - erfrischend unspektakuläre Weisen, die ohne Effekthascherei für gute Stimmung im Publikum sorgten. Sauber und voller Hingabe zupfte Murphy schließlich auch alte Hits wie "Route 66" aus den Saiten, und wer nicht mitsingen mochte, konnte wenigstens die Hände nicht stillhalten.
... und als die Teenies spät in der Nacht nach Hause kamen, träumten ihre Eltern vielleicht schon von dem schönen Abend.


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Foto:
Riccardo Holler
Zwönitz 1999