Elliott Murphy & Olivier Durand
Bericht aus der "Freien Presse" (Ausgabe Aue) vom 14.03.2000

Livemusik: Wunder gibt's wirklich immer wieder
Konzert in der "Linde" sogar Sonntagabend ausverkauft
Elliott Murphy Von Lars Rosenkranz

AFFALTER. Man traute seinen Augen kaum: Der Saal der "Linde" war rammelvoll besetzt. Nichts Besonderes, meinen Sie? Normalerweise nicht, in der Tat. Freitags und samstags ist das Haus ja wirklich - und seit Jahren mit schöner Regelmäßigkeit - bestens besucht. Wer es als Veranstalter allerdings fertig bringt, sogar zum Sonntag die Leute ins Konzert zu locken, der kann sich getrost auf die Schultern klopfen.
Die Mitglieder vom Verein Live-Music Affalter dürften in dieser Hinsicht schon blaue Flecke auf dem Kreuz haben. Denn mit dem Gastspiel von Elliott Murphy und Olivier "Lightning" Durand gelang ihnen sozusagen zum zweiten Mal ein musikalischer Hattrick. Sie schafften es zum nunmehr schon sechsten Mal, ihre Gäste vom heimischen Fernseher und Sofa wegzulocken.
Mit den vom Verein angekurbelten Club-Dates in der Linde hat das dortige Veranstaltungsangebot eine reizvolle neue Seite hinzubekommen. "Wir sprechen damit wahnsinnig viele Musikfans an ", freut sich Thomas Neukirchner, der von Anfang an als Organisator mit von der Partie ist. "Manchmal ist es sogar so, dass wir Gäste wieder heimschicken müssen, weil die Plätze nicht reichen. Und die Mugge mit Elliott Murphy zeigt ja wieder, dass es durchaus ein zahlendes Publikum gibt, das auch zu einer so ganz und gar konzertuntypischen Zeit ausgeht."
Die Gunst der Zuhörer kommt sicher nicht von ungefähr. Wer sich die Aufführungen aufmerksam zu Gemüte führt, der findet immer ein paar Besonderheiten in Form kleiner, aber beachtlicher Details. So auch am Sonntag wieder, wo Neukirchner extra für Murphys französischsprechenden Begleitgitarristen Durand eine Dolmetscherin engagiert hatte: Katrin Schimek, Französischlehrerin am Auer Schulzentrum für Wirtschaft und Soziales. "Ach, das war im Grunde nur eine Geste, wir hätten ja auch bloß Englisch reden können, aber den Musiker hat es bestimmt gefreut", so Neukirchner.
Die Stimmung im durch Raumteiler und Tarnnetze kleiner gemachten Linden-Saal war bereits kurz nach Beginn auf dem Höhepunkt. Daran hatte die Vorband eine nicht unerhebliche Aktie. Das Zwönitzer Saxophonquartett Siegfried Krauß spielte als Support und brachte adaptierte Barockkompositionen zu Gehör.
Wer das Club-Date in Affalter verpasst hat, kann sich sich zumindest akkustisch Trost verschaffen. Denn von Elliott Murphy gibt es eine Live-CD, die im April '99 in der Linde produziert wurde. Der nächste Gig findet übrigens am 14. Mai statt. Dann hebt sich dort der Vorhang für Neal Casal. Kartenvorbestellung lohnt sich!