Hutzenohmd 1996 Zwönitz
Bericht aus der "Freien Presse" (Ausgabe Aue) vom 02.12.96

Hutzenstub' gleich dreimal offen
Zwönitzer feiern zünftigen Lichtlohmd auf dem "Wind" - Bergbläser mit dabei

Bild ZWÖNITZ (Spi). Die fünften "Zwäntzer Hutzentage" sind vorüber. Zwischen Marktplätz und "Wind" waren am Wochenende Tausende von Besuchern auf den Beinen, die nicht nur aus Zwönitz, sondern auch von weit her kamen.
Höhepunkt des ersten engebirgischen Volksfestes am 1.Adventswochenende im Ort war der Hutzen- und Lichtlohmd. Im Vorjahr aus der Taufe gehoben, hat sich die überwiegend aus eigenen Kräften gestaltete Vorweihnachtsveranstaltung einen solchen Namen gemacht, daß sie dreimal über die Bühne gehen mußte.
Auch bei Tageslicht wurde es ein urgemütlicher Hutzenohmd. Rings um den "Wind" war der zu einer solchen Veranstaltung gehörende Winter eingekehrt, und die Besucher mußten sich erst durch den Schnee hoch zum "Feldschlößchen" kämpfen. Drinnen im Saal herrschte Hutzenstimmung. Auch das an der Decke hängende Blechbüchsenarrangement der Diskoscheinwerfer konnte die Besucher in der mit Liebe hergerichteten Hutzenstube auf der Bühne nicht sonderlich stören. Viele im übervollen Saal waren aktiv an der Hutzerei beteiligt, als Mitglied des mit kirchlichen und volkstümlichen Weihnachtsliedern auftretenden Kirchenchores, als Angehörige der Zwönitzer Chorgemeinschaft, die sich mit erzgebirgischen Volksliedern empfahl, oder als Erzgebirgsmusikanten und Bergbläser. Anneliese Claus brillierte allein und mit Partnern, mit lustigen Erzählungen in Sketchen und auch gesanglich, als sie zur Suche der Spitznamen aufforderte, die in ihrem Scherzlied versteckt waren.
"Is wor fei richtich schieh", war die Meinung der Besucher, die auch ohne eigene künstlerische Mitwirkung am Hutzen beteiligt waren: Denn neben dem Singen und Musizieren gehörte auch das "Assen" und Trinken dazu. Daß die Versorgung mit flotter Bedienung klappte, dafür sorgte auch der "Groß-Bäck" aus Kühnhaide. Der spendierte den Hutzenbesuchern etliche Teller Kuchen. "Nu fahlt nur noch dr Koffee" animierte Anneliese Claus weitere Sponsoren.
Auch mit der feierlichen "Fanfarensinfonia" und der Intrade von Johann Sebastian Bach, virtuos von den Bergbläsern geboten, wurde es keineswegs sentimental-gemütlich. Dafür sorgten die "Randfichten". Aus war es mit verträumter Hutzenstimmung, als das Johanngeorgenstädter Gesangsduo Stimmung in den Saal brachte. Sogar die Finger, der auf der Bühne arbeitenden Klöpplerinnen wurden unruhig. Sie erhielten herzlichen Beifall, wie auch die Sänger vom Sosaer Männerchor. Jene boten anspruchsvolle Spitzentitel und machten nach einem Weihnachtsliedermedley Platz für das Finale einer lockeren, lustigen und besinnlichen Hutzen-Estrade. Nicht nur zur Begleitung, sondern auch zum Tanz spielten die Zwönitzer Erzgebirgsmusikanten auf.